Zweites Seminar der dritten Ausgabe des Programms in London (England)
„Das Zusammensein mit so vielen Gleichgesinnten war sehr motivierend“, so Mentee Gail Redmond
Mentoringinitiative und Wissensaustausch zur beruflichen Entwicklung von Trainerinnen
Im Rahmen der dritten Ausgabe des FIFA-Programms „Spitzensport: Trainermentoring“ hat in London (England) ein zweites Seminar stattgefunden. Die Initiative bringt 20 der erfolgreichsten Fussballcoaches mit aufstrebenden Trainerinnen aus der ganzen Welt zusammen.
Das Seminar wurde am Rande der Finalrunde des FIFA-Meisterpokals der Frauen 2026™ durchgeführt und bot den Teilnehmenden so die Gelegenheit, das wegweisende Turnier in der englischen Hauptstadt hautnah mitzuerleben und das Trainingsgelände des FC Chelsea zu nutzen. Das 18-monatige Programm fördert die Entwicklung der Teilnehmerinnen, indem sie diesen Wissen vermittelt und Kontakte zu Mentoren herstellt.
Seit dem Start der dritten Ausgabe im vergangenen Juli in Zürich haben bereits zahlreiche Mentoren und Mentees die Gelegenheit genutzt, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und zu wachsen. Die aus Ulster stammende Gail Redmond, die die nordirischen U-17- und U-19-Frauennationalteams trainiert, ist eine der Mentees und durfte das Arbeitsumfeld ihrer Mentorin Laura Harvey, Cheftrainerin von Seattle Reign in der US National Women’s Soccer League, vor Ort kennenlernen.
„Es gab so viele [herausragende Momente], aber der Besuch bei meiner Mentorin war bisher wohl der Höhepunkt. Ich bin zu Laura nach Seattle gereist, habe Zeit auf ihrem Trainingsgelände verbracht und mir ein Spiel im Lumen Field angesehen“, sagte Redmond.
„Als sie nach ihrem Besuch aus Seattle abreiste, konnte man sehen, welchen Eindruck sie hinterlassen hatte. Alle haben sie vermisst – sowohl die Spielerinnen als auch die Betreuer. Ihre positive Art ist einzigartig. Das Wichtigste, was ich von ihr gelernt habe, ist, wie sehr ich meinen Beruf geniesse“, betonte Harvey.
Die beiden Trainerinnen auf beiden Seiten des Atlantiks verstanden sich auf Anhieb und konnte so enorm voneinander profitieren. „Wenn man in seiner Blase bleibt, wird‘s hart, stressig und hektisch. Sie hat mich daran erinnert, dass Humor und Bodenständigkeit das Wichtigste sind. Sie denkt kreativ. Das war für mich eine wichtige Lektion“, fügte sie hinzu.
„Laura ist eine unglaubliche Taktikerin. Besonders aufgefallen ist mir, wie genau sie es bei jeder Übung nimmt und welche Ziele sie für das Training steckt. Das habe ich sofort übernommen“, erklärte Redmond. „Bei jedem Training verknüpfe ich meine Ziele mit dem Matchplan und achte darauf, dass sie auf eine klare Wirkung ausgerichtet sind.“
Die beiden sind sich einig, dass die Teilnahme am FIFA-Programm „Spitzensport: Trainermentoring“ ein Privileg ist.
„Mit meiner Teilnahme an diesem Programm habe ich das Gefühl, etwas von dem zurückzugeben, das mir alles bedeutet. Es gibt nicht genügend Trainerinnen im Fussball. Wenn ich einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, die Zahl zu erhöhen, mache ich das gerne“, betonte Harvey.
Redmond fügte hinzu: „Ich habe mich wohl unter anderem aus dem Grund angemeldet, dass ich von einem Topcoach betreut werden und Hochleistung und Führungsqualitäten aus einer ganz neuen Perspektive betrachten wollte. Genau das habe ich in Seattle von Laura bekommen: eine Spitzentrainerin im Spitzensport.“
Die Unterstützung im Rahmen des Programms wird von allen Teilnehmenden sehr geschätzt. Die beiden Trainerinnen verbrachten gemeinsam Zeit in Seattle und telefonieren nun einmal pro Woche miteinander. Die Initiative umfasst eine persönliche Betreuung sowie Möglichkeiten zum Wissensaustausch und Lernen sowohl für die Mentees als auch für die Mentoren.
„Wir führen wöchentliche Gespräche zu bestimmten Themen. Oft sprechen wir über Dinge abseits des Fussballs. Es geht darum, wie man nach oben und wie man nach unten führt. Wir haben beide ein sehr ausgefülltes Privatleben“, erzählte Redmond.
Beim Seminar in London konnten die beiden Trainerinnen andere Mentoren und Mentees treffen und von ihnen lernen. „Das Zusammensein mit so vielen Gleichgesinnten war sehr motivierend. Man nimmt unglaublich viele Informationen mit. Es ist schön, Erfahrungen mit anderen auf der Reise zu teilen“, sagte die nordirische Trainerin.
„Es hat all meine Erwartungen übertroffen. Als ich mich angemeldet habe, war mir klar, dass ich für meine Mentee da sein wollte. Nie hätte ich erwartet, dass ich selbst so viel mitnehmen würde. Es ist toll, wie stark alle Trainerinnen sind, egal ob Mentorin oder Mentee, was alle aus dem Programm mitnehmen und wie sie zusammenarbeiten“, so Harvey.
Die FIFA setzt sich dafür ein, die Zahl qualifizierter Trainerinnen auf höchstem Niveau zu erhöhen. Im Rahmen ihrer globalen Frauenfussballstrategie unterstützt die FIFA ihre Mitgliedsverbände rund um die Welt mit verschiedenen Programmen und finanziellen Beiträgen, um die Zahl der Trainerinnen zu erhöhen. Angeboten werden u. a. Trainermentoringprogramme (international und national), Trainerstipendien (einzeln und in Gruppen) und sowie der Ausbildungsweg für Trainerausbilderinnen.
„Wenn wir Frauen mehr Möglichkeiten bieten, geschehen in unserem Sport fantastische Dinge, ob im Trainer- oder Schiedsrichterwesen, in der Administration oder auf dem Spielfeld.
Das Programm „Spitzensport: Trainermentoring“ zeigt, wie sehr sich die FIFA dafür einsetzt, Türen zu öffnen und Perspektiven zu verbessern. Vom Kinderfussball bis zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft braucht es ein solch starkes Engagement“, erklärte Arijana Demirovic, Leiterin der FIFA-Abteilung für Frauenfussballförderung.
Neben dem zweiten Seminar der dritten Ausgabe des Programms „Spitzensport: Trainermentoring“ präsentierte die FIFA auch das Nachhaltigkeitsprogramm des FIFA-Meisterpokals der Frauen 2026™. Als Teil des Vermächtnisses des Turniers in England lancierte die FIFA mit dem englischen Fussballverband und der Women’s Super League Football zwei Initiativen, um Trainerinnen im ganzen Land mehr Möglichkeiten zu bieten und ihre Entwicklung zu fördern. Liste der Mentoren und Mentees
Mentor | Mentee |
Tracey Kevins (USA) | Alana Gunn (Neuseeland) |
Tina Theune (Deutschland) | Manuela Tesse (Malta) |
Corinne Diacre (Frankreich) | Lauren Smith (England) |
Asako Takemoto (Japan) | Carrie Kveton (USA) |
Mo Marley (England) | Najd Almejaish (Saudiarabien) |
Even Pellerud (Norwegen) | Melanie Behringer (Deutschland) |
Nils Nielsen (Dänemark) | Faye Chambers (Australien) |
Joe Montemurro (Australien) | Katie Collar (Kanada) |
Simone Jatobá (Brasilien) | Delphine Soret (Tahiti) |
Laura Harvey (USA) | Gail Redmond (Nordirland) |
Vicki Linton (Australien) | Chris Yip-Au (Seychellen) |
Arthur Elias (Brasilien) | Vanessa Martínez (Mexiko) |
Iraia Iturregi (Spanien) | Emily Lima (Brasilien) |
Desiree Ellis (Südafrika) | Mildred Omari Cheche (Kenia) |
Francisco Neto (Portugal) | Camilla Orlando (Brasilien) |
Shilene Booysen (Südafrika) | Selamawit Zeray Kebede (Liberia) |
Ángelo Marsiglia (Kolumbien) | Ana Patricia Aguilar Córdoba (Costa Rica) |
Pedro Martínez Losa (Spanien) | Nazlı Ceylan Demirbağ (Türkei) |
Vlatko Andonovski (USA) | Helenna Hercigonja-Moulton (Kroatien) |
Jonas Eidevall (Schweden) | Ma Xiaoxu (VR China) |